Vertrauen

Wirksame Führung funktioniert nur durch Vertrauen. Ausgefeilte theoretische Kenntnisse über Mitarbeiterführung verpuffen wirkungslos, wenn es Führungskräften nicht gelingt, für Vertrauen zu sorgen.

Postkarte zeigt herbstliches Laub, schwarzer Baumstamm im Hintergrund. Im Vordergrund zwei hellgelbe Buchenblätter. Bildtext: Vertrauen. © Anne Alsfasser © Foto Sabine Faldung-Wagener

So lassen Sie Vertrauen wachsen

Vertrauen beginnt mit Berechenbarkeit, Glaubwürdigkeit, Bodenhaftung und Authentizität. Dies gelingt, wenn Führungskräfte die folgenden 4 Grundsätze beachten:

Grundsatz 1) Spielen Sie niemals das „Verliererspiel“

1. Fehler des Chefs „gehören“ dem Chef. Vertrauen kann nur gewinnen, wer zu seinen eigenen Fehlern steht und sie nicht anderen in die Schuhe schiebt. Gehört diese Fähigkeit nicht zum Repertoire eines Vorgesetzten, hat er das Vertrauen seiner Leute bereits verspielt.

2. Fehler der Mitarbeiter „gehören“ ebenfalls dem Chef. Führungskräfte müssen sich vor ihre Leute stellen, wenn diese Fehler gemacht haben. Jedenfalls nach außen und nach oben. Auf keinen Fall dürfen Vorgesetzte ihre Leute vor Kunden, Lieferanten oder der nächst oberen Führungsebene im Regen stehen lassen. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich noch einmal betonen, dass sich Führungskräfte nach außen und nach oben vor ihre Mitarbeiter stellen müssen. Wenn Mitarbeiter oder ein Mitarbeiter Fehler machen, muss dies selbstverständlich abteilungsintern besprochen und korrigiert werden. Das kann durchaus mit ernsthafter Kritik oder mit Sanktionen verbunden sein.

3. Erfolge der Mitarbeiter „gehören“ den Mitarbeitern. Führungskräfte dürfen niemals die Ideen oder Erfolge ihrer Mitarbeiter als die eigenen verkaufen. Das so zerstörte Vertrauen ist in der Regel nicht mehr zu kitten.

4. Ihre eigenen Erfolge können Führungskräfte für sich allein beanspruchen, sofern sie diese wirklich allein erreicht haben. Wollen sie eine solide Vertrauensbasis, teilen sie ihre Erfolge öffentlich mit Ihren Mitarbeitern.

Grundsatz 2) Vertrauen wächst durch Zuhören

Führungskräfte stehen häufig unter Druck, sind oft ungeduldig und haben meistens wenig Zeit. Vertrauen schaffen bedeutet zuhören können. Wenn ihre Mitarbeiter ihnen ein ernsthaftes Anliegen schildern, hören sie zu!

Grundsatz 3) Nur „Echtheit“ schafft Vertrauen

Menschen spüren, wenn Führungskräfte eine Rolle spielen. Spürbare Authentizität, also „Echtheit“ im Auftreten, im Umgang mit anderen Menschen bringt Vertrauen. Bitte nicht missverstehen, damit meine ich keinesfalls seine Launen.

Grundsatz 4) Seien Sie berechenbar und glaubwürdig

Glaubwürdige Führungskräfte sind zuverlässig. Sie sagen was sie meinen und handeln danach. Mitarbeiter können auf ihr Wort buchstäblich verlassen. Sie halten ihre Zusagen, treffen Entscheidungen und übernehmen für Fehlentscheidungen die Verantwortung. Sie sind vertrauenswürdig, vertrauliches wird vertraulich behandelt.  Führungskräfte müssen nicht charismatisch sein. Sie müssen berechenbar sein. Mitarbeiter müssen wissen, welche Folgen ihr Handeln oder Nichthandeln hat.

Über die Autorin: Anne Alsfasser, Diplom-Ökonomin, Kommunikationspsychologin, Wirtschaftsmediatorin, Systemdesignerin,  selbstständige Unternehmensberaterin aus Korbach, Nordhessen.

Über die Fotografin: Sabine Fladung-Wagener, Hotelmanagerin, Hobbyfotografin aus Leidenschaft. Wohnt in Waldeck, Nordhessen. Ihre Motive findet Sabine Fladung-Wagener am Edersee sowie im Naturpark Kellerwald-Edersee.

Über das Projekt: Vertrauen  ist Teil  einer monatlichen Bilderserie mit Story rund um die Themen Unternehmen, Organisation, Führung, Kommunikation und Konfliktfestigkeit. © Anne Alsfasser, © Fotos: Sabine Fladung-Wagener, Layout: Torsten Knoche, sprenger Druck, Korbach.