Der Kostendruck auf einen internationalen Hersteller von technischen Bürsten war enorm gestiegen. Grund dafür waren die verschärfte Wettbewerbssituation und die hohen Produktionskosten: Wurden einst große Serien industrieller Bürsten gefertigt, waren nun immer häufiger Einzel- und Kleinserien gefragt.

Der frisch eingestellte Produktionsleiter sollte daher die Produktion mittels schrittweiser Einführung von Gruppenarbeit effizienter gestalten. Für die Mitarbeiter hieß das, nicht mehr nur für das Ergebnis der eigenen Arbeit verantwortlich zu sein, sondern die übertragene Gesamtaufgabe gruppenverantwortlich zu erledigen. Auch die frisch gewählten Teamsprecher wurden in die Verantwortung genommen: Um an ihrer Führungskompetenz zu arbeiten, mussten sie kommunikative Fertigkeiten auf- und ausbauen und lernen, selbst in schwierigen Situationen den Überblick zu behalten.

Bei Teilen der Belegschaft stieß dieser Veränderungsprozess auf Widerstand, zumal in der Vergangenheit schon viele Maßnahmen angestoßen, häufig aber nicht zu Ende gebracht worden waren – weil wieder einmal der Produktionsleiter gewechselt hatte. Die Mitarbeiter waren unzufrieden, identifizierten sich kaum noch mit dem Unternehmen und waren häufig krank.

Entscheidend war die Teamsprecher mit dem notwendigen Führungswissen sowie Kommunikations- und Konfliktpräventionstechniken auszustatten und die praktische Umsetzung im Alltag zu begleiten. Ferner mussten die größten Kritiker des Veränderungsprozesses mit ins Boot geholt werden, indem alle Maßnahmen kontrovers, aber konstruktiv diskutiert werden, um das Misstrauen aufzubrechen. Und es galt, einen kontinuierlichen Veränderungsprozess in die Wege zu leiten, der alle Schlüsselpersonen einbezog: von Forschung und Entwicklung über Stammkunden bin hin zu externen Dienstleistern und Partnern.