Nachwuchskräfteentwicklung

Wie gelingt es, Nachwuchskräfte und Mitarbeiter systematisch zu entwickeln und dies in der eigenen Praxis ganz einfach umzusetzen? Zu diesem Thema möchte ich Ihnen einige sehr praktische Tools vorstellen, wie dies ohne großes Tam-Tam neben Ihrem Tagesgeschäft funktionieren kann.

Nachwuchskräfte- bzw. Mitarbeiterentwicklung wird leider immer noch in vielen Firmen unterschätzt. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich Unternehmen aus einer Vielzahl von Bewerbern den passenden Mitarbeiter aussuchen konnten. Auch die Vorstellung, man könne Mitarbeiter ohne weiteres durch Andere ersetzen, hat sich überholt.

© ANNE ALSFASSER © Bild Sabine Fladung-Wagener

Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, Zeit, Geld und Image durch hohe Fluktuation zu verschwenden. In vielen Branchen ist der Bewerbermarkt leergefegt; Firmen sind auf Quer- und Wiedereinsteiger angewiesen, um das Arbeitspensum zu schaffen oder Termine einhalten zu können.

Jeder Tag ist ein Herausforderung. Und es ist wichig, das die Zusammenarbeit funktioniert. Aber leider gibt es auch noch eine ganz besondere Spezies, die allen im Unternehmen die Nerven rauben: die BremserBremser sind Kollegen, die zwar könnten, aber nicht wollen. „Bremser“ sind in der Regel erfahrende Mitarbeiter mit viel Wissen, aber ohne Interesse an Leistung und Teamgeist. Ein Problem, das mir häufig im Zusammenhang mit Verwaltungen oder öffentlichen Institutionen über den Weg läuft. Aber leider nicht nur dort.

Systematische Mitarbeiterentwicklung

Systematische Mitarbeiterentwicklung beginnt im Grunde schon mit der strukturieren Stellenausschreibung. Basis ist ein gut durchdachtes Stellenprofil und eine moderne Stellenausschreibung, die dem Wording der Zielgruppe entspricht. Nutzt das Unternehmen bei der Bewerberauswahl sogenannte Potentialanalysen, können aus Ihren Ergebnissen erste Entwicklungspotenziale abgeleitet werden.

Ein erstes hilfreiches Tool zur Einschätzung von Engagement, Leistung und Kompetenzentwicklung von Mitarbeitern und Führungskräften ist die Bestimmung der individuellen Entwicklungsstufe: Schätzen Sie auf der Grundlage Ihrer Beobachtungen und der Ergebnisse Ihrer Mitarbeitergespräche die Entwicklungsstufe ein, indem Sie folgende Fragestellungen beurteilen:

Bestimmung der Entwicklungsstufe

Wie lange ist der Mitarbeiter bereits im Unternehmen? Handelt es sich bei der betrachteten Person um einen Berufseinsteiger? Bringt er Berufserfahrung mit oder ist er gar ein sehr erfahrener und langjähriger Mitarbeiter? Wie beurteilen Sie sein Engagement im Zeitverlauf? Ist der Mitarbeiter ein Bremser oder ein Zugpferd, an den Sie wichtige Aufgaben delegieren können?

Bestimmung der Entwicklungsstufe auf einen Blick:

Führungsstil der Entwicklungsstufe anpassen

Ich sage es immer wieder und auch jetzt möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen: Menschen müssen von Ihren Vorgesetzten individuell geführt – also gefördert und entwickelt – werden. Moderne Führung funktioniert nur, wenn es mir als Vorgesetzter gelingt, situativ und angemessen auf Gegebenheiten und Menschen einzugehen. Mit Blick auf die jeweilige Entwicklungsstufe bedeutet dies, den Führungsstil anzupassen: Leistungsträgern sollten Sie als Führungskraft Vertrauen schenken, großen Handlungsspielraum einräumen und die Eigenverantwortung fördern. Schwächeren oder schwierigeren Mitarbietern sollten Sie in kurzen Intervallen Gespräche anbieten, Feedback einfordern und sich die Arbeitsergebnisse in einer engeren Taktung ansehen; das schenkt Nachwuchskräften Sicherheit und Vertrauen.

Kennen Sie Reverse-Mentoring?

Beim Reverse-Mentoring werden bekannte Lernhierarchien auf den Kopf gestellt: Digital Natives zeigen ihren Chefs, wie Web 2.0 Technologien funktionieren. Und das mit großem Erfolg. Was entsteht, ist eine neue Art der Nachwuchskräfteentwicklung. Wie diese wirkt, lesen Sie in meinem Artikel: Reverse-Mentoring – Wenn sich Denkmodelle umkehren.

Über die Autorin: Anne Alsfasser, seit 2007 selbstständige Unternehmensberaterin, Wirschaftsmediatorin, Kommunikationspsychologin und Systemdesignerin aus Korbach, Nordhessen. Sie berät inhabergeführte Unternehmen und Institution zu Themen wie Change, Organisation, Führung und Konfliktprävention.

Nachwuchskräfteentwicklung“ ist eine von 12 Postkartenmotiven „Ansichts-Sachen“mit Texten von Anne Alsfasser und Bildern der Fotografin Sabine Fladung-Wagener aus Waldeck-Edersee. Layout: Torsten Knoche, Druck: Sprenger-Druck, Korbach.

Möchten Sie sich persönlich entwickeln? Möchten Sie wissen, wie Sie Krisen  zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen können? Stehen Sie vor großen Entscheidungen und wünschen Sie sich einen erfahrenen Sparringspartner? Dann könnte Sie „Fit in Führung“ interessieren!