Home-Office, mobiles Arbeiten, Telearbeit. Die Corona-Krise zwingt viele kleine und mittlere Unternehmen, sich mit diesen Arbeitsformen auseinander zu setzten. Arbeiten mit Distanz hat viele Facetten. Und es gibt einiges zu beachten, damit das Unternehmen rechtlich auf sicheren Beinen steht und dass die Arbeit von zu Hause auch funktioniert.

Krisen-Modus: Notwendiges einfach machen

Der Krisen-Modus zwingt uns, über unsere Schatten zu springen, unsere Komfort-Zonen zu verlassen und notwendige Dinge einfach mal zu machen. Schnell muss es gehen, viel Zeit von den ersten Überlegungen ins Home-Office zu gehen, bis zur Umsetzung bleibt Unternehmen nicht.

Der kalte Sprung ins Wasser: New Work von jetzt auf gleich

Die Corona-Krise verschärft Positionen, die schon lange in Unternehmen schwelen: mancher wünschte sich bereits in Zeiten vor der Corona-Krise, seine Arbeit ganz oder stundenweise von zu Hause aus erledigen zu können. Andere lehnten für sich persönlich Home-Office kategorisch ab und nannten dafür triftige Gründe. Und das betraf beide Seiten: Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Corona-Krise bestimmt die Spielregeln

Nun aber bestimmt Corona die Spielregeln und stellt unsere Arbeitswelt auf den Kopf. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet dies, sich rasch auf die verändernden Rahmenbedingungen einstellen zu müssen. Wo immer es möglich ist, wollen Mitarbeiter, Führungskräfte und auch Unternehmer, von Hause aus arbeiten: zum Schutz der eigenen und der Gesundheit der Familie, aus Solidarität und Verantwortungsgefühl.

Home-Office: Muss ich oder darf ich?

Auch in der Corona-Krisen gelten die bisherigen rechtlichen Rahmenbedingungen. Weder der Arbeitgeber darf den Arbeitnehmer „einfach so“ ins Home-Office schicken, auch der Arbeitnehmer hat nicht per se Anspruch auf einen Home-Office Arbeitsplatz. Hier ein paar ausgewählte Quellen zum Nachlesen für Sie:

Ein grundsätzliches Recht des Arbeitnehmers auf Home-Office auf Grund der Corona-Situation gibt es nicht

Solange das Coronavirus von einer staatlichen Behörde nicht mit einer bestimmten Gefahrenstufe qualifiziert wird, muss der Arbeitnehmer ganz normal zur Arbeit kommen.

Quelle: Isabella Falker, 28.02.2020, 22.54 Uhr, zdf heute

Bislang gibt es keinen allgemeinen Anspruch von Arbeitnehmern auf einen Home-Office Arbeitsplatz. „Verlangt der Arbeitnehmer die Arbeit aus dem Home-Office, kann (…) eine zeitlich befristete Home-Office-Vereinbarung mit dem Mitarbeiter getroffen werden.“

Quelle: Hessen Metall, FAQ Corona-Virus Stand 19.03.2020

Der Arbeitgeber kann einen Arbeitnehmer nicht einfach ins Home-Office schicken. Wenn ich arbeiten möchte, muss mir der Arbeitgeber einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Außer, es ist im Arbeitsvertrag anders festgelegt.

Quelle: Isabella Falker, 28.02.2020, 22.54 Uhr, zdf heute

Home-Office muss vereinbart werden

Die Kurzfassung: Home-Office muss vereinbart werden. Reden hilft. Krisen-Zeiten sind besondere Zeiten. Da bleibt wenig Zeit, sich mit allen Facetten von Home-Office auseinanderzusetzen. Und manchmal fehlt auch die Zeit, um wichtige Dinge auszudiskutieren. Das birgt Konfliktpotenzial. Mitarbeiter und Arbeitgeber treiben möglicherweise unterschiedliche Ängste an. Während der eine möglichst rasch Home-Office realisiert wissen möchte, drängt der andere auf die Einrichtung eines Home-Office-Arbeitsplatzes. Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit drängen sich auf aber auch Fragen zur Arbeitseffektivität trotz geschlossener Schulen oder instabiler Software

Krisen-Modus: Die wesentlichen Dinge

Im Grunde sind es einige wesentliche Dinge, auf die es jetzt ankommt:

  1. Jeder leistet seinen Beitrag, um die Gesundheit der Menschen zu schützen
  2. Jeder leistet seinen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens
  3. Offen miteinander reden. Über gute und über schwierige Dinge
  4. Die Verpflichtung, getroffene Vereinbarungen einzuhalten bis möglicherweise geänderte Rahmenbedingung neues Regelwerk erfordert
  5. Notwendige Maßnahmen umsetzen
  6. Positiv denken: kein Mecker-Modus und keine Schwarzmalerei
  7. Jeder ist ein Vorbild und jeder einzelne hat die Wahl, für was.

Was uns darüber hinaus allen hilft, ist gegenseitiges Vertrauen. Vertrauen gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern. Vertrauen darauf, das die richtigen Dinge getan werden. Vertrauen auf die gegenseitige Verlässlichkeit, Unterstützung und Zusammenarbeit.