Ein Familienunternehmen der zweiten Generation fertigt Spritzgussteile in höchster Qualität – darauf ist es spezialisiert und marktführend auf diesem Gebiet. Das Problem: Interne Fehler häuften sich, Lieferantenbewertungen wurden schlechter, Aufträge und Kunden drohten verlorenzugehen.

Es war spürbar, wie unzufrieden die Mitarbeiter waren. Zunächst äußerte sich dies in scheinbar harmlosen Spannungen untereinander; doch keiner der Beschäftigten wollte darüber reden – schon gar nicht mit der Führungsebene. Ein tiefer Graben zog sich durch die Firma. Das Klima verschlechterte sich zusehends, der Krankenstand nahm zu, und gut ausgebildete Fachkräfte verließen das Unternehmen.

Meine Aufgabe war es, die Ursachen für diese bedrohlichen Entwicklungen zu erforschen, mit allen im Unternehmen Lösungen zu erarbeiten, um schließlich deren Umsetzung zu begleiten.

Im ersten Schritt war es notwendig, ein Einzelgespräch mit jedem Mitarbeiter zu führen, um das Problem konkretisieren zu können. Das Resultat der Befragung: Die Führungskräfte übernahmen keine Führungsverantwortung; stattdessen mussten die Produktionsmitarbeiter wichtige Entscheidungen selbst fällen und verantworten. Es kam zu Missverständnissen, Kommunikationsstörungen und verdeckten Konflikten. Keiner wagte es, den Geschäftsführer zu informieren, weil dieser als Choleriker galt – zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte.

Im zweiten Schritt mussten Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten geklärt und neu verteilt sowie einheitliche Leitlinien und Werte erarbeitet werden. Abschließend galt es, die gemeinsam entwickelten Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit im täglichen Arbeitsalltag umzusetzen.