Good vibrations

Good vibrations – warum gute Laune im Job so wichtig ist. Schlechte Stimmung wirkt ansteckend. Die übellaunige Kollegin, der schlecht gelaunte Chef oder der unfreundliche Verkäufer. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie infizieren uns mit ihrer schlechten Stimmung. Schlechte Stimmung ist nachweislich ansteckend. Sie drückt unsere Leistungsfähigkeit, schreckt Kunden vom Kauf ab und überträgt sich von einzelnen Personen auf Team.

Die gute Nachricht: Emotionale Ansteckung funktioniert auch in die andere Richtung. Lachen, gute Laune, Freundlichkeit, Wertschätzung, Respekt – unsere Spiegelneuronen reagieren auch auf alle positiven Signale.

In der Fachwelt hat das Phänomen eine eigene Bezeichnung: Man spricht von emotionaler Ansteckung. Dabei handelt es sich um einen komplexen neurologischen Vorgang, bei dem unsere Spiegelneuronen eine wichtige Rolle spielen. Die Spiegelneuronen in unserem Gehirn sind dafür verantwortlich, dass wir auf die Gefühlslage anderer Menschen emotional reagieren. Jedenfalls die meisten von uns. Genauer gesagt, lassen sich etwa 90 Prozent aller Menschen mehr oder weniger stark von den eigenen Spiegelneuronen leiten. Auf das Lachen einer anderen Person können wir fast gar nicht anders, als mit einem freundlichen Lächeln zu antworten. Wir bekommen gute Laune, wenn wir zum Arbeitsbeginn mit einem freundlichen „Guten Morgen“ begrüßt werden.

Good oder bad vibrations?

Allein die Vorstellung, in einem solchen Team zu arbeiten macht doch gute Laune, oder? Die spannende Frage, mit der wir uns in unserem Workshop mit den Wirtschaftsjunioren Waldeck-Frankenberg beschäftigten ist: Wie sorgen wir ganz konkret für „good vibrations“ in unserer Organisation?

Dafür müssen wir uns kurzzeitig vom positiven wording der „good vibrations“ verabschieden und uns mit „bad vibrations“ beschäftigen, um dann von einer schwierigen Konfliktkultur zu einem gesunden Umgang mit Konflikten in Unternehmen zu gelangen.

Gute Stimmung ist Chefsache

Einen großen Teil Ihrer kostbaren Arbeitszeit mühen sich Führungskräfte mit schlechter Stimmung ab: Etwa 30 Prozent ihrer Zeit verbringen Chefs mit Konfliktbearbeitung. Und das dauerhaft, ständig, permanent. Warum? Weil der Umgang mit Konflikten und der Konflikt an sich in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema ist. Aber nicht der Konflikt ist das Problem, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen. Und weil wir in der Regel nicht wissen, wie wir mit schwierigen Situationen, Streit und Konflikten umgehen sollen. Daher bleiben Konflikte häufig unbearbeitet. Sie schwelen im Raum, breiten sich aus und eskalieren irgendwann ungesteuert. Um zu verstehen, wie ein Konflikt bearbeitet werden kann, müssen wir wissen, was ein Konflikt konkret ist und wer für ihn verantwortlich ist.

Was ist ein Konflikt

Von einem Konflikt (von lateinisch confligere, „zusammentreffen, kämpfen) spricht man, wenn wiederstrebende Interessen, Zielsetzungen und Meinungen aufeinandertreffen. Wenn wir von Konflikten sprechen, verbinden wir in der Regel damit Spannungen zwischen zwei Personen oder zwischen Personengruppen.

Äußerer Konflikt oder interpersonaler Konflikt: Konflikte zwischen zwei Personen, mehreren Personen, Personengruppen, Teams. Organisationen, Länder. Sie entstehen durch unterschiedliche Interessen, Ziele, Wertevorstellungen.

Konflikte entstehen ursächlich intrapersonal, also in einer Person.

Innerer Konflikt oder intrapersonaler Konflikt: inneres Spannungsgefühl, Gefühl des Ärgers oder Wut.

Ich bin der Ort der Konfliktentstehung

Wie bitte? Ich bin der Ort der Konfliktentstehung? Ja, genau so ist das.

bei einem intrapersonalen Konflikt gibt es zwei Varianten.

  1. Ich habe einen Konflikt mit mir
  2. In mir entsteht ein Konflikt ausgelöst durch eine oder mehrere andere Personen.

Ich habe einen Konflikt mit mir

Das „schlechte Gewissen“ ist ein gutes Beispiel für einen in mir schwelenden inneren Konflikt. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich beispielsweise lieber in meinem Buch weiterlese, anstatt die Küche zu putzen. Oder ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich für eine Klausur lernen sollte, es mir aber gerade viel mehr Spaß macht, mit Freunden die Zeit zu verbringen. Oder ich habe ein inneres Spannungsgefühl, weil ich es vermeide, meine Mutter zu besuchen, da ich den Sonntagnachmittag viel lieber mit Mann und Hund im Wald spazieren gehe. Das sind Beispiele für typische innere Spannungen. Friedemann Schulz von Thun spricht davon, dass jeder Mensch mehrere Seelen in der Brust trägt. Wir vermeiden und schieben auf, weil wir Spaß haben oder uns etwas Gutes tun möchten. Die eine Seele ist das schlechte Gewissen, die andere ist die, die Spaß haben möchte. Beide befinden sich im Wiederstreit. Manchmal gewinnt die Eine, dann lernen wir, gehen die Mutter besuchen oder putzen die Küche. Manchmal gewinnt die andere. Dann machen wir das, was uns guttut.

In mir entsteht ein Konflikt ausgelöst durch den anderen

Andere Menschen können in mir einen Konflikt auslösen durch das was sie tun oder sagen. Manchmal auch durch ihr Aussehen. Weil sie mich, häufig unbewusst, an eine Person erinnern, an die ich keine guten Gefühle verknüpft habe. Das sind in der Regel Menschen aus Kindheit oder früher Jugend.

Spannungen, Ärger oder Wut durch andere werden ausgelöst durch sogenannte „Triggerpunkte“. Jemand benutzt eine besondere Wortwahl, oder es ist der Ton, die Stimmlage, die in uns einen Ärger auslöst. Möglicherweise ahnt die andere Person nicht, was das Gesagte bei ihnen auslöst. Aber in ihnen entsteht diese Spannung, dieser Ärger. Und schon ist er da: der Konflikt. In ihnen entstanden durch den anderen.

Ich, der Konfliktbesitzer

Ob sie es wollen oder nicht. Jetzt sind sie ein Konfliktbesitzer. Er ist in ihnen entstanden. Sie spüren ihn. Es ist ihr Ärger, ihre Spannung, ihre Wut. Als Besitzer eines Konfliktes sind sie auch für ihn verantwortlich. Es liegt in ihrer Verantwortung, wie sie mit einem intrapersonalen Konflikt umgehen. Und es ihre Entscheidung, ob und wie sie einen durch einen andere Person ausgelösten Konflikt ansprechen wollen.

Der Konfliktbesitzer ist für seinen Konflikt, und was mit ihm passiert,verantwortlich

Schweigen, Schmollen, Schreien

So weit, so klar. Die größte Hürde im Umgang mit einem Konflikt ist, ihn angemessen ansprechen zu können. Schweigen, schmollen oder schreien sind häufig angewendete Strategien. Klären nichts, lösen noch weniger und führen immer in eine Konflikteskalation.

good vibrations in 7 Schritten

Mit diesen sieben Schritten gelangen sie zu einer geseunden Konfliktkultur:

  1. Konflikte erkennen
  2. Konfliktanalyse mit der Tirade
  3. Konflikt-Thermometer lesen
  4. Was das kostet: Konfliktkosten berechnen
  5. Interventionsmöglichkeiten kennen: Eskalationsstufen
  6. Konflikte besprechbar machen
  7. good vibrations management:  gute Führungskultur leben

Liebe Wirtschaftsjunioren Waldeck-Frankenberg. Wie versprochen hatte ich an dieser Stelle meinen Vortrag vom 19. Februar in Korbach (Enzian) für 2 Wochen zum Download hinterlegt. Für alle Nachzügler: ich sende Ihnen den Vortrag gern via E-Mail zu. Rufen Sie mich einfach an! Viel Freude beim Umsetzen und jede Menge good vibrations wünscht Ihnen Anne Alsfasser