Corona-Krise: So helfen Unternehmer

Die Corona-Krise hat Deutschland fest im Griff. Und sie spaltet. Während sich die einen bemühen, die Infektionskette zu unterbrechen, nehmen andere die derzeitige Situation auf die leichte Schulter. Korbach 18.03.2020

Corona-Krise: Umsätze brechen ein

Fest steht: durch die notwendigen Einschränkungen brechen in vielen Branchen die Umsätze ein. Besonders junge Unternehmer und Gründer trifft es hart, denn besonders in der Start-Phase fehlt es häufig an liquiden Mitteln. Jetzt, in der Krise, leiden diese Unternehmen an akuten Liquiditätsengpässen. Betroffen sind auch Unternehmen der Gastronomiebranche. Wer hier nicht vorgesorgt hat oder aufgrund geringer Margen nicht vorsorgen konnte, dem droht die Insolvenz.

Schnelle Hilfe für bedrohte Unternehmen?

Bund und Länder sprechen über schnelle Hilfen für bedrohte Unternehmen. Wer schon einmal Fördermittel beantragt hat weiß um den Antragsdschungel. Häufig funktioniert die Antragstellung ohne Unterstützung eines kundigen Beraters nicht oder nicht reibungsfrei. Die Erfahrung zeigt auch, dass es Zeit braucht, bis die antragsbearbeitenden Stellen und Behören reibungsfrei arbeiten können. Voraussetzung ist eine belastbare Infrastruktur, funktionierende Online-Tools, fachkundige Ansprechpartner und vereinfachte Förderanträge.

Es braucht einen langen Atem

Bis Gelder fließen, braucht es mitunter einen langen Atem. Obwohl der Mittelstand von Politik und Institutionen als wirtschaftliches Rückgrat bezeichnet wird, sind es häufig zunächst die Konzerne und Aktiengesellschaften, die gestützt werden.

Unternehmer helfen Unternehmern

Wie Unterstützung in der Krise von Unternehmer zu Unternehmer funktioniert, erzählte mir gestern ein gewerblicher Mieter* aus Korbach: „Mein Vermieter kam vorgestern zu mir ins Unternehmen und sagte, in diesen Zeiten müsse man einander beistehen.“

Einschnitte für alle Bürgerinnen und Bürger

„Die Corona-Krise bedeute für alle Bürgerinnen und Bürger Einschnitte und Einschränkungen, auch im geschäftlichen Kontext“, so der Vermieter. „Das Geschäft müsse ja behördlicherseits erst einmal bis auf weiteres geschlossen werden. Als Vermieter sehe er es als seine Pflicht und Verantwortung, einen Beitrag gegenüber seinem Mieter zu leisten.“

Vermieter senkt Miete um 50%

„Da sein Mieter durch die Corona-Krise finanzielle Einbußen erleiden werde, habe er sich entschlossen, im ersten Schritt die Miete für 2 Monate um 50% zu reduzieren. Über mögliche weitere notwendige Schritte könne man jederzeit reden.“

Die Starken müssen den Schwachen helfen

Von dieser Geste seines Vermieters ist der Gastronom aus Korbach sichtlich bewegt: „Mein Vermieter war schon in der Vergangenheit großzügig. Und ich weiß, dass er auch die Mieten der anderen Geschäftsparteien reduziert hat. Er sagt immer: die Starken müssen den Schwachen helfen. Ich finde das großartig und ich nehme das als Vorbild für mich selber. Nebenan ist ein Einzelhandelsgeschäft. Die Mitarbeiter arbeiten pausenlos und müssen sich von Hamsterkäufern anpöbeln lassen.“

Kopf hoch! Ihr seid klasse!

Der Korbacher Gastronom erzählt weiter: „Ich sage den Leuten: „Kopf hoch, ihr seid klasse! und als Zeichen meiner Wertschätzung und meinem Respekt ihnen gegenüber spendiere ich regelmäßig Essen, Kaffee oder Tee aus meinem Lokal.“

Kennen Sie weitere Beispiele wie Unternehmer Unternehmern helfen? Dann freue ich mich über eine Nachricht via E-Mail aa@anne-alsfasser.de oder ein Telefonat: 0174 90 34 360.

*Die Namen von Vermieter und Mieter sind der Autorin persönlich bekannt.